Weshalb richtet sich meine Beratung vorrangig an Frauen?
Lange Zeit ging man davon aus, dass ADHS und Autismus vor allem männliche Personen betreffen. Entsprechend orientierte sich auch die Diagnostik an den Symptomen und Verhaltensweisen, die bei ihnen beobachtet wurden.
Erst in den letzten Jahren findet zunehmend Beachtung, dass Frauen vermutlich nicht seltener betroffen sind – sondern dass sich Neurodivergenz bei ihnen oft anders zeigt. Häufig leiser. Angepasster. Kontrollierter. Nach außen hin weniger auffällig.
Viele Frauen entwickeln bereits früh Strategien, um nicht aufzufallen. Sie beobachten, gleichen aus, funktionieren. Die innere Belastung ist aber keinesfalls geringer – oft im Gegenteil.
Trotz dieses wachsenden Wissens orientieren sich die Diagnosekriterien noch immer stark an den früheren, überwiegend männlich geprägten Bildern. Die Folge: Frauen werden noch immer seltener diagnostiziert. Später diagnostiziert. Oder erhalten andere Erklärungen für ihr Erleben.
Was oft fehlt, ist ein Blick, der nicht nur auf offensichtliche Symptome schaut, sondern auf das, was darunter liegt – und genau das ist mir wichtig.
Andere Personengruppen möchte ich nicht grundsätzlich ausschließen, mein Fokus liegt jedoch auf spezifisch weiblichen Formen von Autismus und ADHS sowie den Erfahrungen, die damit einhergehen. Denn genau diese Perspektive hat lange Zeit gefehlt – und ist leider auch heute noch nicht selbstverständlich.